Wintergespräche des Linksaktivs Neuenhagen

Nach tollen Diskussionen im Sommer setzen wir unsere Reihe fort und wollen wieder im Bürgerhaus zusammenkommen, um mit Gästen aus der großen Politik ins Gespräch zu kommen. Es bleibt dabei, dass wir dabei vorrangig miteinander reden wollen und es nur zu Beginn eine kurze Einführung durch den Gast geben soll. Wir können nur allen Zweiflern da draußen sagen, dass es schon im Sommer ganz tolle Veranstaltungen waren.

 

Direkte Demokratie und Mitbestimmung – Wie kann Politik modern sein?
2. Februar, 19 Uhr, Bürgerhaus, Vereinsraum 4

Den Anfang unserer Wintergespräche macht die Bundestagsabgeordnete Halina Wawzyniak von den LINKEN, die sich als Juristin schon längere Zeit einen Namen als Rechts- und Netzpolitikerin gemacht hat. Als das Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung aufforderte, das Wahlgesetz zu reformieren, beschäftigte sie sich damit, wie man Wahlen direkter gestalten kann und brachte einen viel beachteten eigenen Vorschlag ein. Zusammen mit ihrer Expertise im Bereich Netzpolitik möchte sie mit uns darüber reden, wie eine moderne Demokratie im 21. Jahrhunderts mit den Ansprüchen an Mitbestimmung und Transparenz mithalten kann.

 

Mehr als 25 Jahre Deutsche Einheit – Wohin geht die Reise?
9. Februar, 19 Uhr, Bürgerhaus, Vereinsraum 4

Zur Halbzeit der Wintergespräche freuen wir uns, dass wir Dr. Dagmar Enkelmann mal wieder in Neuenhagen begrüßen können. Die ehemalige Abgeordnete der ersten frei-gewählten Volkskammer und spätere parlamentarische Geschäftsführerin der Linksfraktion im Bundestag möchte dabei die Diskussion der örtlichen CDU aus dem vergangenen Herbst aufnehmen, die zu 25 Jahren Deutsche Einheit den Historiker Hubertus Knabe geladen hatte. Enkelmann, ebenfalls studierte Historikerin und mittlerweile Leiterin des Rosa-Luxemburg-Stiftung, möchte dabei zum einen auf die bis heute bestehenden Probleme des Zusammenwachsens von Ost und West eingehen als auch die wissenschaftliche Perspektive der Aufarbeitung von DDR (Un-)Recht beleuchten.

 

Die Rot-Rot-Grüne Bundesregierung – Traum oder Alternative?
16. Februar, 19 Uhr, Bürgerhaus, Vereinsraum 4

Als krönenden Abschluss unserer diesjährigen Wintergespräche begrüßen wir jeweils einen Vertreter von der SPD und den GRÜNEN, um über ein mögliches gemeinsames Regierungsbündnis mit der LINKEN auf Bundesebene zu diskutieren. Mit dabei ist die Völkerrechtlerin und Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock (GRÜNE) und ebenso der Ökologe Klaus Mindrup (SPD). Beide wollen darüber diskutieren, ob es nicht unlängst genügend Gemeinsamkeiten mit der LINKEN gibt, wollen aber auch nicht vergessen, welche Voraussetzungen es für eine gesellschaftliche Akzeptanz eines Rot-Rot-Grünen Projektes braucht. Nicht zuletzt geht es ja um einen gänzlich neuen Ansatz von Politik und nicht einen formalen Regierungswechsel.

Linksaktiv aktuell Oktober 2015 bis Januar 2016

Wenn ihr diese Zeilen lest, dann scrollt ihr grad durch unsere Seite. Wahrscheinlich habt ihr gesehen, dass wir manchmal wöchentlich berichteten, was wir so machen und irgendwie war dann im Oktober Schluss. Auch dazwischen, so werdet ihr merken, fehlt es an Beiträgen. Unser Ansatz ist dabei immer der Selbe: Statt einer bewegenden Grundsatzerklärung unsererseits (für den Frieden, Freiheit und natürlich mehr Lametta), wollen wir einfach aufschreiben, was wir so tun. Und ob das dann was für dich ist, kannst du dann gerne selbst entscheiden. Natürlich wäre es das, davon sind wir überzeugt ;)

Doch, was ist nun seit Oktober passiert? Nun, im Grunde nichts. Außer natürlich unsere wöchentliche Sitzungen im Bürgerhaus, Vereinsraum 4, wo wir immer tagesaktuell diskutiert haben. Aber sonst nichts. Außer bereits drei kommunalpolitische Gespräche, zu Trainierbahn, Eisenbahnstraße und dem Verkehr, wo wir jeweils volles Haus hatten. Das wars dann aber auch. Bis auf unsere gemeinsame Weihnachtsfeier, Besuche bei Neujahrsempfängen und gemeinsamen Abenden, etwa mit Bowling und Billard. Und naja, dann sind noch zwei von uns jetzt im Kreisvorstand der LINKEN (in dem jetzt die Hälfte unter 35 Jahre alt ist), wir planen schon wieder fürs neue Friedensfest, eine Kundgebung pro Asyl und ganz neben bei haben wir noch die Wintergespräche organisiert. Also wie gesagt, gar nichts.

Ach, was haben wir das gerade lustig formuliert :P Es ist schlichtweg so, dass wir einfach nicht mehr noch zum bloggen gekommen sind. Dickes Sorry an alle Follower (alle beide!)! Das ändert sich hoffentlich bald auch wieder. Aber am Ende bleibt auch: Wäret ihr dabei gewesen, hätte es der Berichterei nicht bedurft. Badumm-Tss.

Friedensfest in Strausberg

Bei eher herbstlichem Wetter mit Regen und gerade einmal 17°C fand das 25. Friedensfest der Linken MOL statt. Die Verkehrsanbindung war ob der Baustellen und des Schienenersatzverkehrs der S-Bahn denkbar schlecht, dennoch fanden auch einige BerlinerInnen den Weg nach Strausberg, sodass wir nicht gänzlich im eigenen Saft badeten.

Unser „Versuch einer Jugendstruktur“ (sic!) der Partei in MOL alias Linksaktiv Neuenhagen hat für diese Veranstaltung drei Beiträge vorbereitet:

 

Bundeswehr an Schulen?

Ein sehr gemischtes Publikum fand sich zu dieser Diskussion im Gartenhaus ein.  Als Moderatorin dieser Runde hatte Julia Schlenker einen längeren Redebeitrag vorbereit, falls sich keine Diskussion ergeben hätte, aber diese Vorbereitung brauchten wir nicht einmal im Ansatz. 
Wir hatten einige junge Menschen im Saal, die von ihren Berührungen mit der Bundeswehr an ihren Schulen berichten konnten. Diese Erfahrungen standen im Gegensatz zu der Aussage eines zivilen Bundeswehrangehörigen, der davon ausging, dass die Jugendoffiziere nicht für einen Job bei der Bundeswehr werben sondern über die NATO, Auslandseinsätze und Konflikte referieren würden. Hin und wieder wurden in der Diskussion Grundsatzfragen gestellt, wozu es der Bundeswehr im Ausland bedarf und wie Soldaten in dortige Konflikte eingreifen oder diese schaffen. Es erforderte somit manchmal ein Eingreifen, um mit der Diskussion nicht gänzlich vom Thema abzuschweifen. Der „politischen Bildung“ an Schulen, welche die Bundeswehr (wider den meisten Erfahrungen der Diskutanten) betreibt, standen viele DiskussionsteilnehmerInnen sehr skeptisch gegenüber, da sie ein bestimmtes Weltbild formt.
Alles in allem war während der Diskussion der gemeinsame Konsens zu finden, dass die Bundeswehr mit ihrer Werbung an Schulen (und andernorts) ein falsches Bild von sich liefert.  Das käme, so die Worte des Bundeswehrangehörigen, der Bundeswehr selbst auch nicht zu Gute, da sie somit Menschen anspricht und anlockt, die tatsächlich nur Spiel, Spaß und Spannung, aber eigentlich keine Militärausbildung wollen. Abschließend bleibt festzustellen, dass die Bundeswehr – wenn überhaupt nötig – keine Pflichtveranstaltungen an Schulen abhalten soll. Bei freiwilligem Interesse gibt es jedoch auch genügend Möglichkeiten außerhalb der Schule (auf Jobmessen etc.), um auf sich als Arbeitgeber aufmerksam zu machen.

 

 

Cyberwar

Der Moderator Thorsten Kleis, seines Zeichens IT-Consultant, berichtete darüber, was den virtuellen Krieg ausmacht: Die Macht über Daten, Informationen und die eingesetzte Technik. In einer lebendigen Diskussion wurde auch darüber gesprochen, wie man sich selbst schützen kann, was der Vorteil von Linux gegenüber Windows ist und über den Ethos, der z.B. in einem Wirtschaftsinformatikstudium diskutiert wird.
Gekaufte Spione könnten Informationen über Netzwerke und Schlupflöcher für Hacker freilegen, der super GAU könnte eintreten: Man bräuchte keine Waffen mehr, um eine Nation außer Gefecht zu setzen. Der Schutz kritischer Informationen müsse ebenso im Vordergrund stehen wie der Schutz vor Angriffen auf kritische Infrastruktur, beispielsweise die Stromversorgung. Sämtliche Regierungen würden beides jedoch absolut unterschätzen, da sie nicht in der Lage wären, das mögliche Ausmaß einer Katastrophe zu überblicken. Lobbyisten würden sie hierzu beraten, aber möglicherweise (zu) einseitig.

 

 

Krieg in Videospielen

Mit einem spannenden Vortrag leitete Sven Kindervater in die Thematik ein. Er stellte verschiedene Genres vor und erklärte anhand der Historie, wie sich Videospiele am Markt etablierten. Sehr viele Spiele zielen darauf ab, den Gegner zu vernichten. Ob es beim Ego-Shooter der direkte Kampf ist oder wie bei „Die Siedler“ , ein strategisches Aufbauspiel mit niedlichem Design, wo es darum geht, eine Stadt, aber vor allem ein ausreichend starkes Militär für den Angriff aufzubauen – Krieg in Videospielen ist allgegenwärtig.
Die anschließende Diskussion war breit gefächert und warf auch die Frage auf, inwieweit der Staat auf die Spieleentwickler einwirken könne und solle, um der Gewalt und den Kriegen in Videospielen zu mindern. Es wurde diskutiert, ob Videospiele tatsächlich dazu beitragen, dass Menschen aggressiv werden und dann auch im realen Leben gewalttätig sind. Der enorme Absatz von Videospielen macht jedoch eines klar: Die Menschen flüchten sich gern in eine virtuelle Welt, um der realen Welt mal für ein paar Stunden zu entkommen.

 

Linksaktiv aktuell 6.10.'15

War es hier an dieser Stell' etwas ruhiger, dann wohl deshalb, weil die Zeit fehlte, alles aufzuschreiben, was so passiert ist in den letzten Wochen.

Friedensfest und Sommergespräche

Mit vielen inhaltlichen Angeboten konnten wir gute Diskussionsrunden veranstalten, die auch auf ein breites Publikum trafen. Wir selbst sind noch etwas überrascht über den Erfolg unserer Bemühungen und sind auch gleich motiviert, etwa im neuen Jahr mit "Neuenhagener Wintergesprächen" fortzusetzen. Auch in das Friedensfest im kommenden Jahr wollen wir uns noch verstärkter einbringen. Unsere Idee, verstärkt Räume dafür zu schaffen, sich den Wirren dieser Zeit anzunehmen, mal zu erklären und mal zu diskutieren, fand Interesse und dieses wollen wir auch künftig bedienen. Es bleibt für uns enorm wichtig, dass man bei Politik nicht resigniert, den Überblick oder die Hoffnung verliert und wir brauchen Möglichkeiten, sich informieren und engagieren zu können. So konnten wir auch neue MitstreiterInnen gewinnen, während uns andere leider wegen Beruf und Ausbildung derzeit nur noch digital von Fern begleiten können.

Leicht neue Ausrichtung

Nachdem wir also im letzten Jahr verstärkt unsere digitale Infrastruktur und unsere neue Heimat im Bürgerhaus organisiert haben, wollen wir in den kommenden kälteren Monate die Möglichkeiten von Räumen verstärkt nutzen. Bei jedem Treffen geht es nun erst einmal um all die Fragen und Themen, die uns unter der Woche begegnet sind. Ebenso denken wir derzeit darüber nach, wie wir uns politischer Bildung annehmen können. Da wir auch ein wenig neu zusammengewürfelt sind, wollen wir uns aber erst einmal besser kennenlernen und finden. Es bleibt dabei: Linksaktiv ist das, was wir gemeinsam draus machen.

Kommunalpolitische Gespräche

Der 6.10. war der erste Dienstag in diesem Monat. Dies soll künftig ein besonderer Tag werden. An jedem 1. Dienstag im Monat wollen wir kommunalpolitische Gespräche veranstalten. Bei diesen Treffen soll es also gezielt um die Themen aus der Region gehen, wobei wir uns auf Neuenhagen und Umgebung beschränken wollen. Daher haben wir unser letztes Treffen dazu genutzt, noch einmal durchzugehen, wie die kommunale Ebene eigentlich funktioniert. An der Stelle verweisen wir gerne auch noch einmal auf unsere Themen-Seite dazu: http://www.machs-clara.de/kommunalwahlen . In der nächsten Woche wollen wir uns dann auf ein erstes Thema für den ersten November-Dienstag einigen.

Außerdem

Einige von uns nahmen zeitgleich an der Veranstaltung der Neuenhagener CDU zur Wiedervereinigung teil. Am Tag darauf war dann das 40. Neuenhagener Gespräch zum Thema "Was kommt nach Obama" mit dem Chef der Rosa-Luxemburg-Stiftung New York. Am Samstag überlegen wir, an der TTIP-Demo in Berlin teilzunehmen.

Linksaktiv lädt zu Sommergesprächen

Vom 18. August bis zum 8. September lädt das Linksaktiv Neuenhagen immer dienstags um 19 Uhr zu seinen „Neuenhagener Sommergesprächen“ ins Bürgerhaus. Auf vier Veranstaltungen mit prominenten Gästen möchte man sich zu aktuellen Themen in offener Runde widmen. Nach kurzen Einführungen soll es dabei vor allem um die Fragen und Beiträge der Teilnehmenden gehen.

18. August · 19 Uhr
Deutschland im Streik

Im Gespräch mit Karen Balke
Mitarbeiterin der Linksfraktion im Bundestag

Ob GDL, Post, Kitas oder Charité - eine Streikwelle zieht durch das Land. Was sind die Ursachen und was wird gefordert?

 

25. August · 19 Uhr
Nach dem NSU - Die Gefahr von Rechts

Im Gespräch mit Petra Pau,
Vizepräsidentin des Bundestages

Mit der NSU-Terrorzelle wurde ein komplettes rechtes Netzwerk aufgedeckt. War der Staat daran mitbeteiligt?

 

01. September · 19 Uhr · Weltfriedenstag
Krieg in Europa - Was passiert in der Ukraine?

Im Gespräch mit Marian Krüger,
Mitarbeiter der Linksfraktion im Bundestag

Ein blutiger Bürgerkrieg tobt vor der Haustür der EU. Wer sind die neuen Machthabenden und was will der „Rechte Sektor“?

 

08. September · 19 Uhr

In Regierung und Opposition
Im Gespräch mit René Wilke

stellv. Vorsitzender der Linksfraktion im Landtag
DIE LINKE regiert in Brandenburg, steht zum kapitalistischen System aber in Opposition. Widerspruch oder Notwendigkeit?

 

Mehr Infos dazu auch auf Facebook.

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